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Bohrgerät auf Raupen im Herbstgarten auf Schutzbrettern, zwei Arbeiter von hinten, daneben eine Rolle schwarzes Sondenrohr
Heizungstechnik für Ihr Haus

Erdwärme und Heilquellenschutz in Stuttgart

Erdwärme ist in Stuttgart laut Stadt beinahe flächendeckend zulässig, im Heilquellenschutzgebiet unter Auflagen. Die Tiefe hängt von der Zone ab, die Anteile je Bezirk stehen hier als Tabelle.

oder per E-Mail: kontakt@waermepumpe-in-stuttgart.de

Erdwärme ist in Stuttgart laut Amt für Umweltschutz „beinahe flächendeckend zulässig“, im Heilquellenschutzgebiet unter Auflagen (Heft 1/2005). In der Stadt laufen rund 450 Sondenanlagen mit rund 230 Bohrkilometern (Bericht zur Wärmeplanung 2023).

Das Schutzgebiet folgt aus einer Verordnung des Regierungspräsidiums vom 11.06.2002. Sie schützt 12 Heilquellen auf 30.062 ha und reicht über die Stadtgrenze hinaus, unter anderem nach Böblingen, Sindelfingen, Leonberg, Esslingen, Gerlingen und Fellbach. Aus den Stuttgarter Mineralquellen kommen laut Stadt rund 44 Mio. Liter je Tag (Stand 25.08.2026), und die Verordnung schützt dieses Wasser vor Eingriffen in die Schichten darüber.

Für Ihr Haus kommt es auf die Zone an und auf das, was unter dem Grundstück liegt. Vor einer Erdbohrung klären wir mit dem Amt für Umweltschutz, was an Ihrer Adresse zulässig ist. Gebohrt wird von einer Bohrfirma mit Zulassung, die wir einbinden.

Was gilt in Kernzone, Innenzone und Außenzone?

In der Kernzone und der Innenzone ist die Bohrtiefe nach oben begrenzt, in der Außenzone entscheidet das Amt im Einzelfall. Die Sondenwerte nennt die Stadt im Leitfaden von 2005, die Verbote stehen in der Verordnung. Die Tiefe am einzelnen Grundstück legt immer das Amt fest, Stand der Angaben ist der 05.11.2026.

Zone Lage laut Stadt Erdsonde Grundwasser-Wärmepumpe Verordnung
Kernzone Quellgebiet in Bad Cannstatt höchstens bis Basis Quartär verboten § 5
Innenzone Innenstadt und Talkessel höchstens bis Oberkante Grundgipsschichten; im Unterkeuper und tiefer verboten aus Oberem Muschelkalk und Unterkeuper verboten § 4
Außenzone Einzugsgebiet, rund 300 km² Einzelfall; im Unterkeuper und tiefer keine wassergefährdenden Stoffe dauerhaft aus Oberem Muschelkalk verboten § 3
außerhalb übriges Stadtgebiet Verordnung greift nicht, Anzeige nach § 43 WG bleibt Praxis des Amts nicht belegt keine

Die Basis des Quartärs ist die Unterkante der jüngsten Schichten, und die Grundgipsschichten sind die unterste Lage des Gipskeupers. In der Kernzone bleibt damit meist zu wenig Tiefe für eine Sonde, die ein Haus allein versorgt, und dort planen wir in der Regel mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe.

Für Bohrungen im Schutzgebiet verlangt die Stadt laut Leitfaden einen sulfatbeständigen Ringraum, das ist der verfüllte Spalt zwischen Sonde und Bohrlochwand. Daneben gibt es im Stadtgebiet eigene Wasserschutzgebiete, nämlich Blauäcker, Mahdental und Bruderhaus-/Schattenquelle (Leitfaden 2005), für die wir beim Amt gesondert nachfragen.

In welcher Zone liegt mein Stadtbezirk?

Fünf Stadtbezirke liegen nach unserer Auswertung ganz außerhalb des Schutzgebiets, Kernzone gibt es nur in fünf anderen, und in vielen Bezirken überwiegt die Außenzone. Grundlage ist der offene Datensatz der Stadt (Metadaten 24.04.2026), den wir auf einem 100-m-Raster mit den Bezirksgrenzen verschnitten und gerundet haben. Die Werte sind also keine Aussage der Stadt und keine Aussage je Grundstück.

Grafik: Anteile von Kern-, Innen- und Außenzone des Heilquellenschutzgebiets je Stuttgarter Bezirk

Stadtbezirk Kernzone % Innenzone % Außenzone % außerhalb %
Bad Cannstatt 39 7 46 8
Birkach 0 0 0 100
Botnang 0 0 100 0
Degerloch 0 0 27 73
Feuerbach 0 0 98 2
Hedelfingen 0 0 17 83
Mitte 17 58 25 0
Möhringen 0 0 11 89
Mühlhausen 0 0 0 100
Münster 4 5 56 35
Nord 0 14 86 0
Obertürkheim 0 0 68 32
Ost 19 5 62 14
Plieningen 0 0 0 100
Sillenbuch 0 0 0 100
Stammheim 0 0 0 100
Süd 0 3 97 0
Untertürkheim 3 0 97 0
Vaihingen 0 0 72 28
Wangen 0 0 88 12
Weilimdorf 0 0 47 53
West 0 5 95 0
Zuffenhausen 0 0 13 87

Wer in Bad Cannstatt oder im Stadtbezirk Mitte wohnt, sollte die Zone also zuerst klären. In Weilimdorf läuft die Außengrenze mitten durch den Bezirk, dort kommt es auf die Straße an. Ganz außerhalb liegt zum Beispiel Sillenbuch. Adressgenau steht das nur in den Karten der Verordnung, und die sehen wir uns für Ihr Grundstück an.

Warum wird beim Anhydrit abgebrochen?

Anhydrit nimmt Wasser auf, wird zu Gips und vergrößert dabei sein Volumen um bis zu 61 %. Diesen Wert nennt das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau, und die Leitlinien zur Qualitätssicherung von Erdwärmesonden (Stand 12/2018) sehen deshalb vor, die Bohrung beim Antreffen abzubrechen. Gelangt über ein undichtes Bohrloch Wasser an diese Schicht, kann sich der Boden darüber heben.

Sulfatgestein, das noch nicht oder nur teilweise ausgelaugt ist, liegt laut Stadt unter etwa zwei Drittel der Gemarkung (Stellungnahme vom 20.04.2009). Bei unklarer Schichtenlage genehmigt das Amt deshalb mit der Auflage, bei Gipskontakt abzubrechen. Das Risiko einer kürzeren Bohrung liegt beim Bauherrn, und das Landesamt empfiehlt, dass ein Geologe die Bohrung begleitet.

Ein Abbruch bedeutet, dass Bohrmeter fehlen. Dann braucht die Anlage eine weitere Sonde, und wenn das Grundstück sie nicht hergibt, eine andere Wärmequelle. Darüber sprechen wir vor dem Vertrag.

Ältere Putzhäuser an einem Fluss, Uferweg mit Bäumen, in der Ferne eine Staustufe im Abendlicht

Was ist in Böblingen passiert?

In Böblingen traten nach Erdwärmebohrungen Risse an Häusern auf, und das Landesamt nennt als Ursache fehlerhafte Bohrungen und Wasser in der anhydrithaltigen Grabfeld-Formation. In Böblingen-Süd wurden von 2006 bis 2008 insgesamt 18 Bohrungen für 8 Anlagen gesetzt, die Risse traten ab 2011 auf. Im Norden hob sich der Boden auf rund 600 × 200 m um 10 cm und mehr. Die Presse berichtet für 2012 auch von Rissen in Leonberg und Renningen (Stuttgarter Zeitung, 09.10.2014).

Bei der Bohrfirma achten wir deshalb auf das, was auch die Förderrichtlinie verlangt, nämlich die Arbeit nach DVGW W 120-2 und eine verschuldensunabhängige Versicherung. Zur Einordnung stehen in Baden-Württemberg bis 01/2026 rund 60.100 Sonden mit einer mittleren Tiefe von 94,6 m (Landesamt).

Wer in Böblingen oder Leonberg bauen will, wendet sich dort an das Landratsamt.

Wie läuft das Verfahren beim Amt für Umweltschutz?

Zuständig ist das Amt für Umweltschutz, Sachgebiet „Technischer Grundwasser- und Bodenschutz, Altlasten“. Es prüft die Bohrung vor Beginn und legt fest, wie tief gebohrt werden darf. Ein Gutachten liefert dabei nur einen Anhaltspunkt, die Entscheidung bleibt beim Amt.

  1. Erste Einschätzung. Für eine Ersteinschätzung zur Bohrtiefe gibt es die Karte in Stuttgart Maps und das Landessystem ISONG unter geothermie-bw.de. Beide ersetzen die Auskunft des Amts nicht.
  2. Anfrage beim Amt. Mit Adresse und geplanter Sonde fragen wir an, welche Zone gilt und welche Tiefe infrage kommt.
  3. Anzeige. Bohrungen über 10 m werden einen Monat vorher angezeigt (§ 43 Abs. 1 WG).
  4. Erlaubnis. Dringt die Bohrung in einen Grundwasserleiter ein, braucht sie zusätzlich eine Erlaubnis (§ 43 Abs. 2 WG), in den Schutzzonen gelten die Grenzen der Verordnung.
  5. Bohrung. Die Bohrfirma bohrt unter den Auflagen des Bescheids. Eine Befreiung von den Verboten der Verordnung läuft über die untere Wasserbehörde (§ 8 Abs. 3).

Wer das städtische Heizungsprogramm nutzen will, reicht die Ersteinschätzung des Sachgebiets mit dem Antrag ein. Die Stadt zahlt dann zusätzlich 50 € je Sondenmeter, höchstens 50.000 €, bei 200 m Sonde also 10.000 €, jeweils bei Faktor 1,0 und vor der Prüfung des gemeinsamen 60-%-Deckels mit der KfW.

Was gilt in der Region außerhalb von Stuttgart?

Im Umland ist das Landratsamt zuständig, nicht das Stuttgarter Amt für Umweltschutz. In Ludwigsburg etwa läuft es laut Stadt bis 100 m über das Landratsamt, ab 100 m kommt das Bergrecht beim Landesamt dazu. Dort begrenzt das vorläufige Heilquellenschutzgebiet Hoheneck die Tiefe, obwohl Ludwigsburg nicht zur Stuttgarter Verordnung gehört.

Waiblingen, Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen stehen ebenfalls nicht im Gemarkungsverzeichnis der Verordnung. Böblingen, Sindelfingen, Leonberg, Esslingen und Fellbach stehen dagegen darin, und welche Zone dort gilt, steht nur in der Karte.

Wann sich die Erdsonde hier nicht rechnet

Womit wir bei Ihrem Grundstück anfangen

Wir brauchen Adresse und Flurstück, die Wohnfläche und Ihre letzte Gasabrechnung, dazu ein Foto von der Zufahrt zum Garten. Damit fragen wir beim Amt an und sagen Ihnen, ob sich die Bohrung für Ihr Haus lohnen kann. Die Angaben erreichen uns über das Formular oder per Mail an kontakt@waermepumpe-in-stuttgart.de.

Häufige Fragen

Ist Erdwärme in Stuttgart trotz der Heilquellen erlaubt?

Ja. Das Amt für Umweltschutz nennt Erdwärme „beinahe flächendeckend zulässig“, im Heilquellenschutzgebiet unter Auflagen. In der Stadt laufen rund 450 Sondenanlagen, wie tief am einzelnen Grundstück gebohrt werden darf, entscheidet das Amt.

Darf ich in der Kernzone überhaupt eine Erdsonde bohren?

Ja, aber laut Stadt höchstens bis zur Basis des Quartärs, also nur durch die jüngsten Schichten. Das reicht selten für eine Sonde, die ein ganzes Haus versorgt. Eine Grundwasser-Wärmepumpe ist in der Kernzone verboten.

Darf eine Erdsonde in der Innenzone bis in den Unterkeuper reichen?

Nein. § 4 Abs. 2 der Verordnung verbietet solche Anlagen im Unterkeuper und tiefer. Die Stadt nennt für die Innenzone als Grenze die Oberkante der Grundgipsschichten.

Gibt es Stuttgarter Bezirke außerhalb des Heilquellenschutzgebiets?

Ja, Sillenbuch zum Beispiel liegt nach unserer Auswertung der Stadtdaten zu 100 % außerhalb, auf einem 100-m-Raster und ohne Aussage je Grundstück. Anzeige und Prüfung nach Wassergesetz gelten trotzdem.

Wie groß ist das Stuttgarter Heilquellenschutzgebiet?

30.062 ha umfasst es nach der Verordnung vom 11.06.2002, die 12 Heilquellen schützt. Es reicht über die Stadt hinaus, unter anderem nach Böblingen, Sindelfingen, Leonberg, Esslingen, Gerlingen und Fellbach.

Muss ich eine Erdwärmebohrung in Stuttgart vorher anzeigen?

Ja, Bohrungen über 10 m einen Monat vorher beim Amt für Umweltschutz (§ 43 WG). Dringt die Bohrung in einen Grundwasserleiter ein, braucht es zusätzlich eine Erlaubnis.

Um wie viel vergrößert Anhydrit sein Volumen?

61 % sind es höchstens, wenn er mit Wasser zu Gips wird (Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau). Deshalb sehen die Leitlinien vor, eine Bohrung abzubrechen, sobald sie auf Sulfatgestein trifft.

Ist eine Grundwasser-Wärmepumpe im Schutzgebiet möglich?

Nein in der Kernzone, und auch in der Innenzone ist die Entnahme aus Oberem Muschelkalk und Unterkeuper verboten. Eine Befreiung läuft über die untere Wasserbehörde. Wie das Amt außerhalb dieser Verbote entscheidet, können wir nicht belegen.

Gilt die Stuttgarter Heilquellen-Verordnung auch in Ludwigsburg?

Nein, Ludwigsburg steht nicht im Gemarkungsverzeichnis. Dort begrenzt aber das vorläufige Heilquellenschutzgebiet Hoheneck die Bohrtiefe, und zuständig ist das Landratsamt.

Zahlt die Stadt Stuttgart einen Zuschuss je Sondenmeter?

Ja, 50 € je Sondenmeter, höchstens 50.000 €, zusätzlich zu den 300 € je kW und bei Faktor 1,0. Im Antrag gehört die Ersteinschätzung des Sachgebiets „Technischer Grundwasser- und Bodenschutz, Altlasten“ dazu.

Zwei Personen am Esstisch über einem Grundriss, nur Hände zu sehen, mit Bleistift, Zollstock und Kaffeetasse
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