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Heizungsbauer von hinten baut im Keller einen alten Kessel aus, daneben Sackkarre und Werkzeug auf einer Decke
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EWärmeG Baden-Württemberg: was beim Heizungstausch in Stuttgart gilt

Beim Heizungstausch in Stuttgart gilt das EWärmeG weiter: 15 % in Gebäuden von vor 2009, Nachweis binnen 18 Monaten. Eine Wärmepumpe erfüllt es ab einer Arbeitszahl von 2,50.

oder per E-Mail: kontakt@waermepumpe-in-stuttgart.de

Das EWärmeG Baden-Württemberg verlangt beim Heizungstausch in vor 2009 errichteten Gebäuden mindestens 15 % erneuerbare Wärme oder 15 % weniger Wärmebedarf, spätestens 18 Monate nach der Inbetriebnahme (§ 4). Es gilt neben dem Bundesgesetz weiter, so steht es beim Umweltministerium. Eine elektrische Wärmepumpe erfüllt die Pflicht ab einer Jahresarbeitszahl von 2,50, und den Nachweis nimmt in Stuttgart das Baurechtsamt entgegen.

Das Gesetz ist reines Landesrecht und kommt zu dem hinzu, was der Bund verlangt. In der Tabelle stehen die Regeln, wie wir sie beim Ministerium und im Gesetzestext gelesen haben.

Punkt Regel Fundstelle
Auslöser Austausch oder nachträglicher Einbau einer Heizung § 4 Abs. 1
Gebäude vor 2009 errichtet, Wohngebäude und Nichtwohngebäude ab 50 m² Umweltministerium, Merkblatt
Anforderung mindestens 15 % erneuerbar oder 15 % Bedarfsminderung § 4 Abs. 1
Frist spätestens 18 Monate nach Inbetriebnahme erfüllen und nachweisen § 4 Abs. 2
Wärmepumpe elektrisch mit Jahresarbeitszahl ab 2,50 bei voller Deckung, oder Leistung ab 25 % der Heizlast § 5 Abs. 2
Nachweis Bestätigung eines Sachkundigen § 20, Merkblatt 08/2024
Stelle in Stuttgart Baurechtsamt, Eberhardstraße 33 Stadt Stuttgart
Ausnahmen technisch unmöglich, Denkmal, unbillige Härte Merkblatt

Die Paragrafen nennen wir nach dem Gesetzestext mit Stand 23.02.2024. Verbindlich nachlesen sollten Sie beim Umweltministerium, in den Antworten zum Heizen und im Merkblatt von 08/2024.

Gilt das EWärmeG neben dem neuen Bundesgesetz weiter?

Ja, das Umweltministerium nennt das Gebäudemodernisierungsgesetz seit dem 29.07.2026 und schreibt zugleich, das EWärmeG bleibe bestehen. Was der Bund gestrichen hat, nämlich die Pflicht zu 65 %, hat mit den 15 % des Landes nichts zu tun. Was sich auf Bundesebene geändert hat, steht auf der Seite zum Gebäudemodernisierungsgesetz.

Ältere Unterlagen lesen sich teils anders. Wir richten uns nach dem Ministerium, weil es für das Gesetz zuständig ist und die aktuellere Aussage gemacht hat.

Betrifft das EWärmeG mein Haus?

Ja, wenn es vor 2009 errichtet wurde und Sie die Heizung austauschen oder nachträglich eine einbauen. Nach dem Zensus 2022 stammen 76,1 % der Stuttgarter Gebäude von vor 1980, sie liegen also alle unter der Altersgrenze. Die Pflicht gilt für Wohngebäude genauso wie für Nichtwohngebäude ab 50 m².

Bei einer funktionierenden Anlage, die Sie nur warten lassen, entsteht keine Pflicht, denn der Auslöser ist der Austausch oder der nachträgliche Einbau. Bei Einzelfällen wie dem Tausch nur eines Teils der Anlage fragen Sie das Baurechtsamt, dafür haben wir keinen belastbaren Text.

Erfüllt eine Wärmepumpe die 15 Prozent?

Ja, wenn sie das Haus allein beheizt und eine Jahresarbeitszahl von mindestens 2,50 erreicht. Mit der Jahresarbeitszahl ist gemeint, wie viel Wärme je Kilowattstunde Strom im Jahresmittel entsteht. Liegt sie darunter, wird nach § 11 Abs. 3 nur anteilig angerechnet, nach der Formel (Jahresarbeitszahl − 1,8) geteilt durch die Jahresarbeitszahl.

Dieselbe Kennzahl taucht bei mehreren Stellen auf, und jede setzt die Grenze anders. Wer alle Vorteile nutzen will, plant nach dem höchsten Wert, den er braucht.

Wofür Mindestwert Jahresarbeitszahl Grundlage
EWärmeG erfüllt 2,50 § 5 Abs. 2 EWärmeG
Mieterhöhung mit vollen Kosten 2,5 § 559f BGB
KfW-Zuschuss 3,0 BEG-Richtlinie, Anlage 3
Heizungsprogramm der Stadt, Denkmal 3,0 Förderrichtlinie Stuttgart
Heizungsprogramm der Stadt, Luft-Wasser 3,5 Förderrichtlinie Stuttgart
Heizungsprogramm der Stadt, Sole-Wasser und Wasser-Wasser 3,8 Förderrichtlinie Stuttgart

Zum Vergleich hat das Fraunhofer ISE im Feldtest für Außenluftgeräte im Bestand im Mittel 3,4 gemessen, mit einer Spanne von 2,6 bis 4,9 bei 49 Anlagen. Der Winter war mild, und unsanierte Häuser waren keine eigene Gruppe. Die Grenze des Landes liegt also unter allen Messwerten dieser Gruppe, die 3,5 der Stadt dagegen über dem Mittelwert. Wie sich die Zahl berechnet und was sie drückt, steht auf der Seite zur Jahresarbeitszahl.

Reicht auch eine kleine Wärmepumpe neben dem Gaskessel?

Für das EWärmeG reicht das, wenn die Wärmepumpe mindestens 25 % der Gebäudeheizlast leistet, gerechnet bei Normaußentemperatur am Standort und 35 °C Vorlauf. Die Normaußentemperatur liegt in Stuttgart je nach Postleitzahl zwischen −9,3 und −11,8 °C.

Beispiel. Ein Haus verbraucht 20.000 kWh Gas im Jahr. Nach der Faustformel des Branchenverbands entspricht das rund 6,5 bis 8 kW Heizlast. Rechnerisch genügen fürs EWärmeG dann eine Wärmepumpe mit rund 1,6 bis 2 kW unter diesen Bedingungen und ein Gaskessel für den Rest. Mit der raumweisen Heizlast kann das Ergebnis anders ausfallen.

Für Bund und Förderung reicht eine so kleine Anlage nicht ohne Weiteres. Bei der Biotreppe zählt eine Hybridheizung erst, wenn die Wärmepumpe im Teillastpunkt A mindestens 30 % leistet, und die KfW setzt 65 % erneuerbare Energie voraus. Das Stadtprogramm fördert bivalente Anlagen nur zusammen mit Solarthermie oder Wärmenetz. Wann eine Hybridheizung in Stuttgart sinnvoll ist, klären wir dort mit Rechnung.

Hände sortieren leere Blätter in einen Aktenordner, daneben geschlossenes Notebook, Kugelschreiber und Tasse

Welche Wege gibt es ohne Wärmepumpe?

Das Gesetz lässt 15 % aus erneuerbarer Energie oder 15 % weniger Bedarf zu. Das Ministerium führt daneben in seinen Antworten zum Heizen Sanierungsfahrplan, Wärmeschutz, Photovoltaik und Kraft-Wärme-Kopplung auf. Wie viel davon in Ihrem Haus angerechnet wird, muss der Sachkundige anhand von Gesetz und Merkblatt bestätigen, deshalb schreiben wir hier keine Prozentsätze je Option auf.

In einem vor 2009 errichteten Gebäude braucht eine neue Gasheizung also einen weiteren Baustein, und zwei Fristen laufen dann nebeneinander. Im Beispiel läuft die neue Heizung ab März 2027.

Zeitpunkt Landesrecht (EWärmeG) Bundesrecht (GModG)
März 2027 Inbetriebnahme, die 18 Monate beginnen Heizung gilt als neu eingebaut
September 2028 15 % erfüllt und nachgewiesen keine Vorgabe
01.01.2029 keine neue Vorgabe Bioanteil 10 %
01.01.2030 keine neue Vorgabe Bioanteil 15 %
01.01.2035 keine neue Vorgabe Bioanteil 30 %
01.01.2040 keine neue Vorgabe Bioanteil 60 %

Ob ein Bioanteil, den Sie fürs Land nachweisen, auch beim Bund zählt, können wir nicht belegen. Lassen Sie sich das vor dem Kauf vom Baurechtsamt oder vom Sachkundigen bestätigen, damit Sie nicht zweimal nachrüsten.

Wer bestätigt den Nachweis, und wo geht er hin?

Den Nachweis führt eine Bestätigung eines Sachkundigen, und in Stuttgart geht sie an das Baurechtsamt in der Eberhardstraße 33. Als Sachkundige nennt das Merkblatt Berechtigte für Energieausweise, Handwerker und Schornsteinfeger.

Bei einer Wärmepumpe hängt die Bestätigung vor allem an zwei Zahlen, der Jahresarbeitszahl und der Heizlast. Beide werden für die Auslegung und den KfW-Antrag ohnehin gerechnet. Heben Sie diese Unterlagen auf, auch die KfW verlangt eine Aufbewahrung über 10 Jahre.

Bis wann muss alles beim Baurechtsamt sein?

Spätestens 18 Monate nach der Inbetriebnahme müssen die 15 % erfüllt und nachgewiesen sein. Läuft die Anlage ab März 2027, endet die Frist im September 2028. Bei der Wärmepumpe ist die Pflicht mit dem Einbau erfüllt, und nur der Nachweis steht noch aus. Bei Ersatzwegen wie einer Dämmung muss auch die Maßnahme selbst bis dahin fertig sein, und das sollten Sie früh einplanen.

Die Frist des Landes hat nichts mit den Fristen der KfW zu tun. Dort gelten 36 Monate für die Umsetzung ab der Zusage und 6 Monate für die Nachweise nach der letzten Rechnung, beim Heizungstausch führen wir beide im Ablauf getrennt.

Wann gilt eine Ausnahme?

Das Gesetz nimmt Fälle aus, in denen die Erfüllung technisch unmöglich ist, außerdem Denkmäler und unbillige Härten. Eine Ausnahme gilt nicht von selbst, deshalb sprechen Sie sie vor dem Einbau mit dem Baurechtsamt ab.

Beim Denkmal kommt die untere Denkmalbehörde dazu, in Stuttgart im Amt für Stadtplanung und Wohnen, Eberhardstraße 10. Ausgeschlossen ist eine Wärmepumpe dort nicht, sie braucht aber eine Genehmigung nach § 8 DSchG, wenn sie das Erscheinungsbild beeinträchtigt. Was am Haus außerdem zu klären ist, steht auf der Seite zur Genehmigung.

Muss zum Heizungstausch auch Photovoltaik aufs Dach?

Nein, die Solarpflicht des Landes hängt an Neubau und grundlegender Dachsanierung (§ 23 KlimaG). Den Heizungstausch nennt das Ministerium dort nicht als Auslöser, das ist unser Schluss aus dem Wortlaut. Wer ohnehin das Dach neu deckt, sollte beide Vorhaben zusammen ansehen, auf der Seite zu Wärmepumpe und Photovoltaik rechnen wir das durch.

Was Sie uns für die Prüfung schicken können

Für eine erste Einschätzung genügen das Baujahr des Hauses, der Gasverbrauch und ein Foto vom Aufstellort. Schreiben Sie uns über das Formular oder an kontakt@waermepumpe-in-stuttgart.de, dann sagen wir Ihnen, welche Jahresarbeitszahl bei Ihnen realistisch ist und welche der Grenzen aus der Tabelle Sie damit erreichen. Der erste Termin kostet nichts.

Häufige Fragen

Gilt das EWärmeG in Baden-Württemberg 2026 noch?

Ja, das Umweltministerium schreibt auf seinen Fragenseiten zum Heizen, dass es neben dem Gebäudemodernisierungsgesetz bestehen bleibt. Es greift beim Heizungstausch in vor 2009 errichteten Gebäuden.

Gilt das EWärmeG auch für ein Haus von 2012?

Nein, die Pflicht betrifft nur Gebäude, die vor 2009 errichtet wurden. Für jüngere Häuser gilt beim Tausch allein das Bundesgesetz.

Erfüllt eine Luft-Wasser-Wärmepumpe das EWärmeG?

Ja, eine elektrische Wärmepumpe erfüllt es bei voller Deckung ab einer Jahresarbeitszahl von 2,50 (§ 5 Abs. 2). Im Feldtest des Fraunhofer ISE lagen Außenluftgeräte bei 2,6 bis 4,9, aber das ist keine Zusage für Ihr Haus.

Wie viel Zeit habe ich für den EWärmeG-Nachweis?

18 Monate ab der Inbetriebnahme der neuen Heizung (§ 4 Abs. 2). Bis dahin muss die Pflicht erfüllt und der Nachweis erbracht sein.

Darf ein Handwerker den EWärmeG-Nachweis bestätigen?

Ja, das Merkblatt des Ministeriums nennt neben Berechtigten für Energieausweise und Schornsteinfegern auch Handwerker als Sachkundige. Die Bestätigung geht dann an die untere Baurechtsbehörde.

Muss der Nachweis in Stuttgart zum Baurechtsamt?

Ja, zuständig ist das Baurechtsamt in der Eberhardstraße 33. In den umliegenden Städten ist es die jeweilige untere Baurechtsbehörde.

Reicht eine Wärmepumpe, die nur einen Teil der Heizlast deckt?

Ja, nach § 5 Abs. 2 genügt eine Leistung von mindestens 25 % der Heizlast, gemessen bei Normaußentemperatur und 35 °C Vorlauf. Auch für diesen Weg muss die Jahresarbeitszahl stimmen, und die Förderbedingungen sind strenger.

Ist ein Baudenkmal vom EWärmeG ausgenommen?

Ja, Denkmal gehört neben technischer Unmöglichkeit und unbilliger Härte zu den genannten Ausnahmen. Klären Sie das mit dem Baurechtsamt. Die Genehmigung am Denkmal liegt in Stuttgart bei der unteren Denkmalbehörde im Amt für Stadtplanung und Wohnen.

Muss ich wegen des Heizungstauschs Photovoltaik aufs Dach setzen?

Nein, die Solarpflicht des Landes hängt an Neubau und grundlegender Dachsanierung (§ 23 KlimaG). Der Heizungstausch ist dort nicht als Auslöser genannt.

Erfüllt eine neue Gasheizung allein das EWärmeG?

Nein, eine reine Gasheizung bringt weder 15 % erneuerbare Wärme noch 15 % weniger Bedarf von selbst mit. Sie brauchen dann einen weiteren Baustein und müssen ihn binnen 18 Monaten nachweisen.

Zwei Personen am Esstisch über einem Grundriss, nur Hände zu sehen, mit Bleistift, Zollstock und Kaffeetasse
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