Bis zum Umschaltpunkt heizt die Wärmepumpe, darunter kommt je nach Betriebsart der Kessel dazu oder er übernimmt ganz.
Parallel, teilparallel, alternativ
Bivalent-parallel heißt, beide Wärmeerzeuger laufen an kalten Tagen gleichzeitig. Bivalent-alternativ heißt, ab dem Umschaltpunkt läuft nur der Kessel, was vor allem bei hohem Vorlauf vorkommt. Bivalent-teilparallel liegt dazwischen, die Wärmepumpe läuft bei Kälte noch mit und schaltet bei noch tieferen Temperaturen ab.
Wo liegt der Umschaltpunkt in Stuttgart?
Typisch ist ein Bivalenzpunkt von −2 bis +3 °C (BNS Worms), abhängig vom Verhältnis der Preise und von der Leistungszahl. Wir legen ihn aus Vorlauftemperatur und Stromtarif des Hauses fest und schreiben ihn in die Unterlagen, damit er sich später nachstellen lässt, wenn die Preise sich verschieben.
Die Norm-Außentemperatur, nach der die Anlage ausgelegt wird, unterscheidet sich innerhalb der Stadt um 2,5 K. Für 70173 im Kessel gelten −9,3 °C, für 70597 auf 452 m −11,3 °C. Auf den Fildern, an deren Nordrand Degerloch liegt, sind auch die Heizgradtage rund 10 % höher, der Gaskessel läuft dort also etwas häufiger. Eine Heizlast von 10 kW bei −9,3 °C entspricht bei −11,8 °C rechnerisch rund 10,9 kW.
Hilft der Kessel der Jahresarbeitszahl?
Im Feldtest des Fraunhofer ISE zeigten bivalente Anlagen keinen signifikanten Effekt auf die mittlere Jahresarbeitszahl. Der Heizstab, den 84 % der dortigen Anlagen als Reserve hatten, machte bei Außenluft im Mittel rund 1,3 % der elektrischen Arbeit aus. Der Heizstab fällt in den Stromkosten solcher Anlagen also kaum ins Gewicht.